Berühmte Burgen Europas

Rhine Castles aus der 90er TLC Serie Great Castles of Europe zeigt einige der brühmten Burgen längs des Rheins und erzählt die bekanntesten Legenden, die mit dem Fluss verbunden sind.

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Die schönsten Burgen Europas

Burgen am Rhein

Der Rhein mit seinem glitzernden Wasser, den steilen Weinbergen und majestätischen Burgen bahnt sich seinen kurvenreichen Weg durch die Täler und Landschaften.

Begleiten Sie uns auf einer Reise in die fantastische, mittelalterliche Vergangenheit Deutschlands. Auf einer Reise in die Sagenwelt des Rheins, dem romantischsten aller Flüsse. Zu den schönsten Burgen Europas.

Genährt aus schmelzenden Schneefeldern, hoch in den Schweizer Alpen, bahnt sich der Rhein seinen 1230 Kilometer langen Weg durch das Herz Europas und strömt in die Nordsee. Sein Name stammt von dem Keltischen Wort für "Bach", dieses Wort wird der Romantik und Kraft dieses mächtigen Flusses nicht gerecht. Große Dichter wie Goethe und Mark Twain haben versucht die Seele von Vater Rhein einzufangen. 1838 schrieb der französische Romancier Victor Hugo, dass der Rhein alles in sich vereint - kurvenreich wie die Seine, historisch wie der Tiber, königlich wie die Donau, legendenreich und mystisch wie ein Fluss Asiens. Im Gegensatz zu allen anderen Flüssen bietet der Rhein dutzende mittelalterliche Burgen und ist Schauplatz des Altertums wie kein anderer Ort auf der Welt.

Auf den 80 Kilometern zwischen Mainz und Koblenz finden sich etwa 30 Burgen, Schlösser und Ruinen des Mittelalters, die links und rechts des Rheins auf den Berghängen thronen. Jede Biegung der sich schlängelnden Wasserstraße enthüllt eine weitere. Reisende erleben auf dem Rhein nicht nur ein Abenteuer im Herzen Europas, sondern auch eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die spektakulären Aussichten haben die Zeiten überlebt und präsentieren sich nahezu unverändert seit dem Mittelalter.

Seit dem 13. Jahrhundert hat der Rhein sich zu einer wichtigen, kommerziellen Wasserstraße entwickelt. Seine Ufer wurden von Adeligen und katholischen Geistlichen kontrolliert. Es wurde um jeden Zentimeter Land gekämpft, besonders aber um Grundbesitz am Fluss. Durch das Errichten von Zollstellen und die Erhebung von Gebühren für die sichere Durchfahrt von Schiffen wurden hohe Gewinne erzielt. Die Erhebung von Zöllen musste vom regionalen Herrscher oder vom deutschen König genehmigt werden. Dies geschah in der Regel für Geld oder als Gegenleistung für politische Gefälligkeiten. Kaufleute hatten keine Wahl, sie mussten die Zölle entrichten, da der Landweg gefährlicher, oftmals sogar tödlich war.

Hier bei der Stadt Kaub wird der Rhein schmaler, wie eine Sanduhr, und ist damit ein idealer Ort für eine Zollburg. Diese schiffsähnliche Festung wurde 1326 von König Ludwig dem Bayern errichtet. Er gab ihr den Namen Pfalzgrafenstein. Der Romancier Victor Hugo bezeichnete sie als steinernes Schiff, das im Angesicht der Stadt ankert. Im 14.Jahrhundert verschiffte die mächtige katholische Kirche regelmäßig Güter auf dem Rhein und bekam die schwierigen Handelsumstände zu spüren. Papst John XXII verurteilte König Ludwig für die Erhebung von Zöllen. Die Bestrafung erfolgte im Jahr 1327 als der Papst den bayrischen König exkommunizierte.

Die kecke, schiffsartige Burg Pfalzgrafenstein wurde als Zollstation gebaut, kein Adliger residierte je auf ihr. Auf der Festung waren rund 30 Soldaten stationiert, die rund um die Uhr Wache hielten. Wächter kündigten gesichtete Schiffe mit Glockengeläut an. Der Zöllner der Burg kontrollierte die Ladung des Schiffes und erhob den entsprechenden Zoll.

Kein Schiff konnte ohne Zollkontrolle passieren, dafür sorgte ein Kanal an der Ostseite des Rheins, der die Schiffe zwang nah an der Burg vorbeizufahren. Kaufleute, die dennoch versuchten die Zollstation ohne Abgabe zu passieren erwartete ein feuchtes Grab. Riesige Steine, abgefeuert von Katapulten, regneten auf sie herab. Die Waffen der Burg erreichten jeden Zentimeter des Flusses.

Hier auf der Westseite ist der Rhein felsig. Zusätzlich erstreckte sich eine starke Kette über die gesamte Breite des Rheins. "Freche" Schiffe, die den Zoll umgehen wollten, blieben an der Stahlkette hängen wie Zielscheiben. Die Besatzung der Pfalzgrafenstein kämpfte immer aus der Distanz, ihre Reihen bestanden aus Krüppeln und Pensionären. Die Unterkünfte der Burg waren ebenfalls zweite Wahl. Alle Verbindungsgänge sind offen und der Witterung ausgesetzt. Einige Räume liegen innen, sie sind einfach aber funktional ausgestattet. Im Wachturm befindet sich eine einfache Toilette aus Holz, die direkt über dem Fluss seitlich an der Burg angebracht ist, so landeten die Fäkalien direkt im Wasser.

Die einem Schiff ähnelnde Pfalzgrafenstein liegt mit der Spitze in der Strömung, aber ihre stromlinienartige Form und ihr Aufbau waren nur teilweise Schau. Sechs Wachtürme verstärken das Bollwerk im Fluss. Das Vorschiff schützt die Zollburg noch heute vor der starken Strömung und vor Eisschollen.

Die Geschichte des Rheins ist unmittelbar mit der Frucht verbunden für die er berühmt wurde. Saftige Weintrauben wuchsen hier im Tal wahrscheinlich schon lange wild bevor die Menschen ihre beseelende Wirkung erkannten. Schon zur Zeit Christi wurde Rheinwein für Geniesser ins weit entfernte England und nach Skandinavien verschifft. Zu jener Zeit bescherte der Wein dem Tal Reichtum oder besser denen die die Zollburgen und Weinberge besaßen. Um ihre Kassen weiter zu füllen erhoben die Herrscher Steuern von den Bauern, die ihre Felder bewirtschafteten. Die Bauern hatten den größten Teil von allem was sie erwirtschafteten abzugeben. Meistens Wein.

Für die Bauern war der Wein, den sie produzierten auch Anlass zu feiern, sich zu treffen und zu vergessen.

Das bäuerliche Leben war geprägt von Armut, das durch blutige Kriege erschwert wurde. Die Religion erleichterte ihr Leben und bot regelmäßig Anlass zu feiern. Im Schnitt trank man mehr als vier Liter am Tag. Ein Fass Wein hatte einen Wert von 16 Pfund Knoblauch bzw. Weintrauben oder sechs Körben Fisch. Wein als Tauschwährung trug zur Entwicklung der Rheinischen Wirtschaft bei. Weil der Wein zur beliebtesten Tauschwährung unter Königen wurde, platzten die Weinkeller aus allen Nähten. Die häufigen Feste und Feiern, die das höfische Leben am Rhein charakterisierten, ließen diese Vorräte aber auch genauso schnell wieder schwinden.

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Quelle: Foto Loreleyfelsen Felix König
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