Der Durchbruch des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge ist in den vergangenen 200 Jahren als romantische Region, als eine der ersten Regionen des Massentourismus gemalt, besungen und bedichtet worden.
Seine Kultur reicht jedoch weit über diese jüngste Vergangenheit hinaus. Das enge Tal ist seit mehr als 2000 Jahren ein zentraler europäischer Verkehrsweg. Der Fluss verbindet das südliche Europa mit den Regionen der Nord- und Ostsee. Für den Ausbau von Wirtschafts- Handelsbeziehungen war er ebenso nützlich wie für militärische Truppenbewegungen. Die Städte am Rhein beteiligten sich immer am Handel und Transport und haben damit beachtlichen Wohlstand erreicht. Von den Burgen jedoch wurden Handel und Transport oft gewalttätig und räuberisch behindert. Die UNESCO hat die Bedeutung des Rheintals als historischen Verkehrsweg vorrangig als Kriterium der Welterbezugehörigkeit hervorgehoben und die Rheinromantik erst an dritter Stelle erwähnt.
Nahezu auf jeder älteren Ansicht der Städte am Rhein findet man vor den Stadtmauern am Fluss die einfachen Konstruktionen der Balkenkräne. Einige Exemplare haben die Zeiten überdauert und gehören heute zu den selbstverständlichen Denkmälern der Kulturlandschaft.
In Bingen, Östrich-Winkel und Andernach zeugen die Kräne von der Bedeutung des Transportweges und von der wirtschaftlichen Teilhabe der Region am Verkehr: Mühlsteine in Andernach, Weinfässer im Rheingau, Massengüter wie Sand und Kies, Kohle und Getreide beim alten Kran in St. Goarshausen.
Der alte Hafenkran auf den Schienen am Kai vor der Stadt zu Füßen der Burg Katz ist einer der ersten und größten elektrisch betriebenen Auslegerkräne am Rhein.
Fast 100 Jahre konnten hier Massengüter verladen und mit der Kleinbahn durch ein enges Tal in den Taunus transportiert werden. Lärm und Dreck waren bis vor wenigen Jahren die unerfreulichen Nebeneffekte dieser Hafenanlage. So ist verständlich, dass die Bürger der Stadt St. Goarshausen zunächst kaum Verständnis dafür aufbrachten, dass dieser Kran jetzt als Industriedenkmal vor der Stadt stehen bleibt - als Monument der UNESCO-Kulturlandschaft. Zum romantischen Rhein neben der Loreley "passt" dieses Denkmal nicht.
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Dirk Melzer, Landschaftarchitekt
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| Interpretiert von der 15-jährigen Nachwuchssängerin Jasmin Hillgruber aus Lübeck. |
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| Quelle: Foto Loreleyfelsen Felix König | © 2006 - 2011 go_on Software GmbH |
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