Der Rhein ist seit mehr als 2000 Jahren eine zentrale europäische Wasserstraße. Vater Rhein verbindet das südliche Europa mit den Regionen der Nord- und Ostsee. Für den Ausbau von Wirtschafts- und Handelsbeziehungen war der Rhein ebenso nützlich wie für militärische Truppenbewegungen. Die Städte am Rhein beteiligten sich immer am Handel und Transport und haben damit beachtlichen Wohlstand erreicht.
Im Jahr 2002 hat die UNESCO das Obere Mittelrheintal stellvertretend für den ganzen Rhein zum Welterbe ernannt. Vorrangiges Kriterium für die Welterbezugehörigkeit war die Bedeutung des Rheintals als historische Wasserstraße.
Vorderrhein und Hinterrhein verbinden sich in Reichenau im Schweizer Kanton Graubünden zum Alpenrhein, dieser mündet nach Rheineck in den Bodensee, den er in Konstanz wieder verläßt. Von Konstanz aus fließt er nach Schaffhausen wo er im Rheinfall 20 m in die Tiefe stürzt. Von Schaffhausen fließt der Hochrhein in westlicher Richtung nach Basel. Von dort nach Norden bis Mainz, dann in westlicher bis nach Rüdesheim. Von Rüdesheim aus durchbricht der Rhein in nordwestlicher Richtung das Rheinische Schiefergebirge auf dem Streckenabschnitt bis Bonn heißt er Mittelrhein. Ab Bonn heisst er Niederrhein und bildet ab dem niederländischen Emmerich zusammen mit der Maas ein ausgeprägtes Mündungsdelta, dessen Hauptarm der Waal ist. Er mündet in die Nordsee.
Die Staaten Schweiz, Österreich, Deutschland und die Niederlande werden vom Rhein durchflossen. Für Lichtenstein und Frankreich ist der Rhein Grenzfluss.
Die wichtigsten Nebenflüssen des Rheins sind Aare, Maas, Mosel, Main, Neckar, Lahn, Ruhr, Ill und Lippe. Weitere Nebenflüsse vom Rhein mit einer Länge von weniger als 60 Kilometern sind Bregenzer Ach, Argen, Schussen, Thur, Wutach, Elz, Kinzig, Moder, Sauer, Murg, Pfinz, Speyerbach, Selz, Nahe, Wied, Ahr, Sieg, Wupper, Erft, Emscher, Oude Maas, Alte Issel, Berkel und Schipbeek.
Am Oberrhein liegen die Großstädte Basel, Straßburg, Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, Mainz und Wiesbaden. Koblenz liegt am Mittelrhein. Am Niederrhein folgen die Großstädte Bonn, Köln, Leverkusen, Neuss, Düsseldorf, Krefeld, Duisburg und im Rheindelta die Großstädte Nimwegen, Rotterdamm, Arnheim, Utrecht und Leiden.
Die bekannten ältesten Leute mit gutem Gedächtnis können sich nicht erinnern, dass ein Winter jemals eine gleich starke Eisdecke über den Rhein geschlagen habe wie der letzte, und die jüngsten, die diesen Winter erlebt haben, werden voraussichtlich sehr alt werden können, ohne noch einmal einen gleichen zu erleben. Monatelang andauernde harte Winterkälte ist eben selten in Mitteldeutschland, und Eis von der Stärke des letzten Winters deshalb nicht häufig, trotzdem das Rheinwasser nicht schwerer gefriert als irgend ein anderes.
Man hat bei Bacharach durchschnittlich eine Dicke des Eises von anderthalb Metern gemessen, an einzelnen Stellen hat man eine Eisdecke von drei, vier, fünf, bis zu sieben Metern gefunden. Das letztere klingt fast unglaublich, wenn man nicht in Betracht zieht, dass die Eisdecke großer und stark fließender Ströme auf anderem Wege zustande kommt, als diejenige großer stehender Wasserflächen. Ihre Oberfläche gefriert nicht in gleichmäßiger Weise, sondern das Treibeis bildet den Grundstock für die Eisfläche. Die Eisschollen schieben sich unter- und übereinander, ehe das Treibeis zum Stehen kommt, und in dieser unregelmäßig übereinandergeschobenen Form gefrieren die Schollen so fest aneinander, dass sie eine ununterbrochene Decke bilden; eine Fläche freilich, die für das Vergnügen des Schlittschuhlaufens nicht geschaffen ist. Aber sie hat doch genügt, über den bei Bacharach 390 Meter breiten Rhein eine Brücke zu schlagen, die fleißig benutzt worden ist.
Welch' ein verändertes Landschaftsbild sich dadurch ergeben hat, mögen unsere Leser aus der nach einer Photographie hergestellten Abbildung ersehen. Vielen von ihnen wird ja das reizende Rheinstädtchen Bacharach, im schönsten Teile des linken Rheinufers zwischen Bingen und Koblenz gelegen, bekannt geworden sein, in anderer Jahreszeit freilich, wenn Dampfschiffe und Eisenbahnen Vergnügungsreisende zu vielen tausenden rheinauf- und rheinabwärts tragen.
Das gegenüber dem Inselchen Wörth sehr romantisch in eine enge, nach dem Rhein geöffnete Talschlucht hineingelagerte Städtchen hat sich immer noch, trotzdem es erst im Jahre 1872 durch eine große Feuersbrunst verheert wurde, mit seinen zahlreichen verfallenen Türmen an den Stadtmauern ein mittelalterliches Ansehen bewahrt. Die Peterskirche oder Templerkirche, eine Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert, wird von Reisenden viel besucht, von der im dreißigjährigen Kriege zerstörten, 1287-1426 erbauten Wernerskirche, einem der schönsten gotischen Baudenkmale der Rheinlande sind nur noch die Umfassungsmauern erhalten, die einen Begräbnisplatz einschließen; der von dem alten Templerhause noch übriggebliebene Turm fiel leider dem Brande im Jahre 1872 zum Opfer. Die Bacharach überragende Burg Stahleck, die Wiege der Pfalzgrafen am Rhein war ehemals ein sehr festes Schloss, das unter den Stürmen des dreißigjährigen Krieges viel zu leiden hatte und von den Mordbrenner Melac 1689 vollends zerstört wurde. Ihre ansehnlichen Trümmer gehören zu den schönsten Ruinen der Rheinufer und sind durch Erbschaft aus dem Besitz der Königin Elisabeth von Preußen in den des deutschen Kaiserhauses übergegangen.
Bacharach ist eine Weinstadt; die Berghänge, an welche die Stadt sich anlehnt, sind mit Reben übersponnen. Gehört das "Stählchen" genannte Bacharacher Gewächs auch nicht zu den ersten Weinen des Rheingaus, so gehört es doch zu den sehr trinkbaren Tropfen, und man kann daher nur wünschen, dass der Winter 1891 den Reben nicht zu kalt gewesen ist. Die Bacharacher werden jedenfalls keine Sehnsucht nach einem solchen Winter haben, trotzdem sie es in diesem bequem hatten an das rechte Rheinufer zu gelangen.
Quelle: Der Rhein in Eisfesseln - Daheim XXVII. Nr. 22. Erstes Blatt.
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Der Rhein, Deutschlands größter Fluss. 52 Tage im Schnitt braucht das Quellwasser des Rheins vom Sankt Gotthard-Massiv in den Schweizer Alpen bis zur Flussmündung bei Rotterdam. Der Wasserstart ist...
Schwimmen im Rhein
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Baden und Schwimmen an heißen Sommertagen machen Spaß und sind auch nicht überall im Rhein - Tal der Loreley - verboten. Doch das Schwimmen im Rhein ist gefährlich und deshalb an bestimmten Stellen verboten! Zwischen Bacharach und Kaub ist das Schwimmen auf zweieinhalb Kilometern über die gesamte Flussbreite verboten. Das Gleiche gilt zwischen dem Tauber Werth, Ortsausgang Oberwesel rheinabwärts bis Mitte Campingplatz Loreleyblick und im Loreleyhafen. Unabhängig vom Streckenabschnitt ist das Baden und Schwimmen 100m oberhalb und 50m unterhalb von Hafeneinfahrten, Schiffslandestellen, Schiffsliegestellen und Fähranlagen verboten. Darüber hinaus darf nicht näher als 300m vor und näher als 50m an vorbeifahrende Schiffe herangeschwommen werden, sich an fahrenden oder stillliegenden Schiffen oder stillliegenden Anlagen und an ihren Festmachevorrichtungen angehängt werden. Es dürfen auch keine Schifffahrtszeichen angeschwommen werden. In den anderen Bereichen sollten sich Badende und Schwimmende so verhalten, dass in Fahrt befindliche Schiffe nicht beeinträchtigt werden. |
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Die BUND Studie 2009 - Wärmelast Rhein kommt zum Ergebnis, dass der Rhein zu warm ist. Ohne die Belastung von Abwärme und die Einleitung von Kühlwasser müsste die Rheintemperatur zwischen 0 und 25 Grad liegen, da das Einzugsgebiet des Rheins im gemäßigten Klima liegt. Tatsächlich werden im Rhein aber Temperaturen von 28 Grad und mehr gemessen. Welche Rolle der Klimawandel dabei spielt ist schwer zu sagen, da die Einleitung von Kühlwasser, Kläranlagen in großen Städten, Staustufen und der Ausbau von Wasserspeichern einen großen Einfluss auf die Wassertemperatur haben. Auf Grund von Messungen in den Niederlanden am Pegel Lobith, die seit 1900 durchgeführt werden, ist festzustellen, dass die Wassertemperatur im Rhein um 3 Grad angestiegen ist. Es wird angenommen, dass 2 Grad auf die Kühlwassereinleitung und 1 Grad auf die Klimaveränderung zurückzuführen sind. In den vergangenen Jahren haben die Tage an denen die Rheintemperatur 23 Grad und 25 Grad überstiegen haben deutlich zugenommen. Welche Auswirkungen dies hat, welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden und welche Forderungen sich daraus ergeben lesen Sie bitte in der Studie des BUND 2009 Wärmelast Rhein » |
| Quelle: Foto Loreleyfelsen Felix König | © 2006 go_on Software GmbH |
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